xuống ăn cơm

xuống ăn cơm, das ist die Aneinanderreihung von Worten dessen Klang sich tief in mir verankert hat. Gerufen von meiner Mutter, ob im elften Stock des Hochhauses, ob in der Stadtwohnung mit Klappesstisch oder heute – wenn ich nur noch Gast in ihrem Zuhause bin.

Nicht immer mochten mein Bruder und ich das was dann in der Schale vor uns liegt. Das spielt auch keine Rolle. Das Abendessen, unsere gemeinsame Zeit, das ist mein Wesen. Wir erzählen einander von unserem Tag, während meine Mutter mit ihren Stäbchen ein Stück Fleisch oder Fisch schnappte und es uns in die Schale legt – ăn đi, ngon lắm. (Komm, iss, ist lecker)

Manchmal gab es Speisen, von denen sie uns erzählte, wie sie sich als Kind danach gesehnt hatte – etwa chả trứng hấp, eine Art Ei-Hackbraten. Einen kleinen Teil davon würzte sie mit frischen Chilischoten, ausnahmsweise mal etwas ganz für sie alleine. Manchmal naschte ich heimlich davon.

Manchmal erfuhren wir auf diese Weise etwas von ihrem Leben. Vor dem Leben mit uns. Vor dem Leben in Deutschland. Es gibt keine vietnamesischen Anekdoten ohne Essen. Weil Essen Zuneigung zeigt, Vertrauen beweist, um Verzeihung bittet.

Indem Essen immer geteilt wird. Egal, wie wenig es ist. Es gibt keine Scheu, mit dem Stäbchen etwas aufzunehmen und jemanden anderen in die Schale zu legen. Es gibt keine Berührungsangst, es anzunehmen. Es ist Akzeptanz in ihrer grössten und aufrichtigsten Form.

Worte können vietnamesische Gemüter überfordern, um niemanden in Verlegung zu bringen, ist es geschmackvoller, es mit Essen zu zeigen. So kann das Gegenüber im Zweifel in seine Schale schauen.

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